10 Jahre Glory Singers

 

Rede zum Jubiläumsgottesdienst am 8.2.09

"Gesucht sind junge Leute und Jung Gebliebene, die Spaß am Singen haben."
Mit diesem Satz haben wir im Januar 99 zur ersten Chorprobe ins ev. Gemeindehaus eingeladen, und - der Einladung wurde zahlreich gefolgt.
Viele Frauen und einige (wenige) Männer kamen: die einen mit Chorerfahrung, andere ohne, manche, die Noten lesen oder ein Instrument spielen konnten, andere, die vielleicht in der Schule schon mal was von Tonleitern und Harmonien gehört hatten. Wir waren und sind in diesem Chor eine bunte Mischung von Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Bildung und einer Vielfalt an musikalischem Geschmack und an persönlichen Interessen. Unsere individuellen Familien- und Lebenssituationen, unsere persönlichen Erfahrungen sowie die eigene Haltung zum Glauben, zu Gott und die Nähe oder Distanz zur Kirchengemeinde unterschied und unterscheidet uns sicherlich sehr voneinander. Während die einen ihr Lebenslied in Moll anstimmen, singen andere ihres in Dur. Uns allen aber gemein ist die Freude am Singen und Musikmachen. Viele von uns finden wohl auch deshalb den Weg zum Chor, weil sie hier Gemeinschaft in netter Runde erfahren, weil sie Freude und inneren Zuspruch beim Singen erleben und durch die Musik einen Weg zu sich selbst, zu anderen und zu Gott finden können.

Und so probten wir zur Gestaltung eines Konfirmationsgottesdienstes im März 99 unsere ersten Lieder: "Shine, Jesus shine" und "There is glory in my soul". Sie hören: wir haben mit englischen Liedern, mit modernen Gospel-Songs begonnen. Viele deutsche Lieder, Kirchen-, Pop-Musik, sowie weltliche Songs wurden allmählich in unser Repertoire aufgenommen. Unsere Lieder und Konzertprogramme sind Ausdruck einer musikalischen Sprache unserer Generation. Der Chorname Glory Singers passt zu dem Musikstil unserer ersten Zeit und bedeutet soviel wie die von der Herrlichkeit Gottes singen.

Singen kann heilende Wirkung haben, kann zur Bewältigung von Alltagsproblemen beitragen und emotional ausgleichen. Singen verbindet, lässt Gemeinschaft intensiv erleben, stiftet eine besondere Atmosphäre des Vertrauens und Kooperierens. Die Stimme ist dabei das vielseitigste Instrument des Menschen, ohne große Vorbereitung und Sachkenntnis immer einsetzbar, alters- und kulturübergreifend, seit Menschengenerationen. Sie gibt Stimmungen und Befindlichkeiten des Menschen preis, tritt als Spiegel der Seele auf. "Ihre Musik berührt Himmel, Erde und die Herzen" betitelte im November 2001 die Leonberger Zeitung einen Bericht über eines unserer ersten Konzerte. Das ist auch Motivation für mich in meiner Chorarbeit: den Himmel und die Erde, vor allem aber die Herzen der Menschen berühren, derer, die singen und derer, die zuhören.

Wir sind als Chor in den letzten zehn Jahren zusammengewachsen, manche von uns (heute) sind seit der ersten Chorprobe dabei, andere über die Jahre dazu gekommen, (manche auch in die Jahre gekommen). Wir haben als Chor Konzerte und liturgische Abende gegeben, Chorwochenenden veranstaltet und mit unseren Familien Ausflüge ins Elsaß, in die Pfalz, ins Hohenlohische und in den Schwäbischen Wald erlebt. Es gab zahlreiche Lagerfeuersommerfeste mit Gitarrengesang, gemeinsame Beteiligung am jährlichen Landeschortag des evangelischen Jugendwerks und nicht zuletzt viele Chorauftritte bei Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, Konfirmationen sowie Erstkommunionsfeiern. Hier nebenbei bemerkt: etwa ein Viertel unserer Sängerinnen und Sänger sind katholisch, was uns veranlasst auch immer wieder in der katholischen Kirche zu singen und was damit ein kleines bisschen Ökumene in Höfingen darstellt.

Wir haben unsere Heimat hier in der evangelischen Kirchengemeinde gefunden, fühlen uns ihr zugehörig, die Gemeinde sowie der Kirchenraum sind uns vertraut, was wir immer wieder besonders dann bemerken, wenn wir außerhalb Höfingens singen. Für diese Zugehörigkeit möchten wir der evangelischen Kirchengemeinde danken, für ihre finanzielle und organisatorische Unterstützung unserer Chorarbeit und ganz aktuell für die neuen Podeste, die wir heute erstmalig benützen können. Vielen Dank dafür! Wir freuen uns hier als Kirchenchor zur Gemeinde zu gehören und möchten auf unsere Art dazu beitragen, Gemeinde mit zu gestalten, Gemeinde zu bauen und gemeinsam zu leben und zu glauben. Mit unserer Musik möchten wir in der Kirche unsere Generation vertreten, die Gruppe derjenigen Menschen, die wohl auch in der württembergischen Landeskirche als aktive Mitglieder größtenteils fehlt.

Und so starten wir in die nächsten zehn Jahre, freuen uns immer wieder über neue Sängerinnen und Sänger und singen weiterhin gemeinsam:

Gott zur Ehre - uns zur Freude.

Dankeschön.

 

Burgel Wankmüller: Zehn Jahre Glory Singers, Februar 2009