Die Laurentiuskirche Höfingen

Laurentiuskirche Höfingen, Turm

Turm der Laurentiuskirche

 

Unsere Laurentiuskirche prägt das Ortsbild von Höfingen in charakteristischer Weise. Da ist zum einen der wuchtige Kirchturm mit seinem eleganten, auffallend hohen Zeltdach, zum andern der schöne gotische Chor mit seinen drei hohen Spitzbogenfenstern. Die erhöhte Lage des Kirchengebäudes, die Einfriedung des Kirchhofs, die meterdicken Mauern und die schießschartenartigen Fenster des Kirchturmes weisen auf eine Wehrkirche hin. Wehrkirchen kommen in unserer Umgebung häufig vor. Sie boten der Dorfbevölkerung Zuflucht bei feindlichen Überfällen.


Nach alten Überlieferungen stifteten ortsansässige Adlige im 9. Jahrhundert am jetzigen Platz der Kirche eine Kapelle. Der untere Teil des Kirchturms reicht noch in diese romanische Zeit zurück. Der Chorraum mit seinen Spitzbogenfenstern trägt die Jahreszahl 1407 und weist eindeutig gotische Stilformen auf. Im gleichen Jahrhundert wird wohl auch das Kirchenschiff mit dem gegenwärtig 45 m hohen Turm vervollständigt worden sein. Die Dorfkirche war dem heiligen Laurentius geweiht. Herzog Ulrich von Württemberg setzte 1534 in seinem Herzogtum die Reformation durch und so wurde aus St. Laurentius eine evangelische Pfarrkirche.

Laurentiuskirche Höfingen von Süden

An die Südseite der Laurentiuskirche wurde 1931 der Kirchsaal angebaut

In der tausendjährigen Geschichte musste man wiederholt um die Existenz der Laurentiuskirche bangen. Im 30-jährigen Krieg fiel sie einer Brandstiftung zum Opfer, wurde aber von den Einwohnern provisorisch wieder hergestellt. Doch schon 1696 wurde das Gotteshaus wieder von durchziehenden französischen Soldaten geplündert. Von den Glocken hat nur die 400 kg schwere Glocke aus dem Jahre 1698 mit der Aufschrift "Soli Deo Gloria" (lat.: "Allein Gott die Ehre") die Wirren der Zeit bis heute heil überstanden. Außerdem wird auch ein Kelch aus dem Jahre 1656 noch heute zum Abendmahl genutzt.


Der Kirchturm behielt seine äußere Gestalt, musste aber häufig sehr kostenintensiv repariert werden. Bei der Hauptrenovierung im Jahre 1753 erhielt das Kirchenschiff an drei Seiten Holzemporen, die von außen Zugang hatten. Der seither an der Kirche gelegene Friedhof wurde 1775 an das östliche Ende des Dorfes verlegt.

 

Die Bausubstanz der Laurentiuskirche machte 1931 eine weitere Generalsanierung erforderlich. Das Kirchenschiff wurde vollständig abgerissen und ganz neu erbaut. Es wurde an der Südseite außerdem um den Kirchsaal erweitert, der seither als zusätzlicher Versammlungsraum dient. Die seitlichen Emporen wurden entfernt. Bei den Bauarbeiten stürzte leider ein Teil des Chores mit dem schweren Kreuzgewölbe ein und musste in einfacherer Bauweise ersetzt werden. Die neue Kirche weihte Landesbischof D. Theophil Wurm am 6. Dezember 1931.

Landesbischof F. O. July

Auch zur 600-Jahr-Feier des gotischen Chorraumes gab es ganz hohen Besuch: Landesbischof Frank Otfried July hielt am 16. September 2007 die Predigt beim Festgottesdienst.


Nach dem zweiten Weltkrieg kamen mit den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen eine größere Anzahl römisch-katholischer Christen in das bis dahin rein evangelische Höfingen. Sie durften ihren Gottesdienst in der evangelischen Laurentiuskirche abhalten, bis sie 1966 ihre eigene Kirche "St. Michael" erbauen konnten. Schon damals wie heute wurde in Höfingen Ökumene praktiziert.


Seit Ostern 2008 rundet eine kleinere Glocke in "f", die Friedensglocke mit der Aufschrift "Friede sei mir Dir", das Geläut der Laurentiuskirche ab. Sie hängt nun im Glockenstuhl zusammen mit der Glocke "Soli Deo Gloria" von 1698 mit dem Ton "b´" und den beiden Glocken aus dem Jahre 1950 in den Tönen "as´" beziehungsweise "des´".

Hans-Eberhard Wallrauch

 

Quellen:
"Kleiner Führer durch die Laurentiuskirche Höfingen" von Hans-Joachim Daeneke
"Höfinger Heimatbuch", herausgegeben vom Höfinger Heimatverein e. V., 1986

Mehr über die Laurentiuskirche

Es gibt zur Laurentiuskirche weitere Informationen:

 

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